Bis in die späten 1990er hatten an diesem Tag nachmittags die meisten Frankfurter Geschäfte geschlossen, und die Arbeitnehmer ab mittags frei. Deshalb wurde der Wäldchestag auch als Frankfurts "Nationalfeiertag" bezeichnet.
Das Volksfest beginnt seit den sechziger Jahren bereits am Pfingstsamstag und hat sich in den Folgejahren zu einem Jahrmarkt mit viel Tradition, aber auch ein dem Zeitgeist entsprechender Freiluftevent, der Erlebnisgastronomie mit Sommergärten, viel Live-Musik sowie Volksfest mit High-Tech-Fahrgeschäften, Schießständen, Spielbuden und Verkaufsständen vereint.
Nächster Termin:
Der Wäldchestag in 2012 findet vom 26.05. - 29.05. statt.
Öffnungszeiten: täglich von 12.00 – 1.00 Uhr
Das Volksfest bietet auch in 2012 wieder zahlreiche Sommergärten, ein vielfältiges gastronomisches Angebot, moderne Fahrgeschäfte sowie Verkaufsstände von Markthändlern und Imbißstände.
Auf sieben Bühnen gibt es täglich Live-Musik von Rock, Pop und Country bis zu Soul, Jazz und Schlager sowie Karaoke, Travestie, Tangoschnupperkurse u.v.m.
Geschichte des »Wäldchestag«
Die Historie des Wäldchestages ist nicht eindeutig belegt.
Am Wahrscheinlichsten ist die These, das der Ursprung im Pfingstaustrieb des Viehs und dem anschließend stattfindenden Waldpicknick der beteiligten Knechte und Mägde liegt.
Das Volksfest ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bekannt, doch gab es schon im Mittelalter Frühlingsfeste am dritten Pfingsttag.
Die ältesten literarischen Erwähnungen stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. 1802 dichtete ein unbekannter Frankfurter ein Spottgedicht auf die Schwärme von Menschen, die sich am Wäldchestag im Wäldchen tummeln.
Anton Kirchner schrieb 1818 "das Wäldchen sei seit undenklichen Zeiten ein Lieblingsort der Frankfurter".
In Wald, da muß heut Jedes,
Zu Kutsch, zu Pferd, per Eisebah,
Zu Nache un per Pedes.
Un alle Läde un Condorn,
Die wern geschlosse; Alles!
Die Zeil leiht da, wie gottverlorn,
Un leer is selbst der Dalles!
Für das Jahr 1868 ist erstmals eine Besucherstatistik überliefert. Mit rund 25000 Besuchern zog es mehr als ein Viertel der damaligen Frankfurter Bevölkerung ins "Wäldche".
1883 dichtete Adolf Stoltze: "Im griene Laub leiht arm und reich, die Beese und die Fromme".
Das siebte Bild seines 1887 entstandenen Lustspiels Alt-Frankfurt spielt am Wäldchestag.
Es endet mit einem großen Gewitter, das für alteingesessene Frankfurter zu einem ordentlichen Wäldchestag einfach dazugehört.
Während der beiden Weltkriege fielen sämtliche Feiern im Wäldchen aus.
1949 weigerte sich der Magistrat der Stadt Frankfurt, den Stadtwald für den Wäldchestag herzurichten, zumal er durch zahlreiche Blindgänger ein gefährlicher Aufenthaltsort geworden war, und bot stattdessen an, die Feiern auf dem in Trümmern liegenden Römerberg abzuhalten.
Die Frankfurter boykottierten jedoch den Wäldchestag auf dem Römerberg und zogen wie ihre Vorfahren privat ins Wäldchen. Daraufhin gab die Stadt nach: Am 30. Mai 1950 fand der erste offizielle Nachkriegs-Wäldchestag an alter Stelle nahe dem Oberforsthaus statt.