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Frankfurter Stadtteile - Westend |
Westend · Einwohner: ca. 24.000
Mit dem beginnenden 19. Jahrhundert wurde die alte Frankfurter Stadtbefestigung geschleift. Die eng bebaute Innenstadt platzte aus allen Nähten und so zog es immer mehr Menschen in die westliche Außenstadt.
Es entstanden zahlreiche klassizistische Vorstadtvillen mit großzügigen Gärten und das Westend etablierte sich zum Wohngebiet für Wohlhabende.
Der nördliche Stadtteil blieb durch den großzügig angelegten Grüneburgpark weniger dicht bebaut. 1930 errichtete Hans Poelzig das Verwaltungsgebäude der IG Farben.
Bei den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs blieb das Westend von Flächenbombardements verschont. Nach dem Krieg wurde das nördliche Westend zum militärischen Sperrgebiet erklärt.
Im IG-Farben-Haus richtete die amerikanische Militärregierung ihr Hauptquartier ein. Umliegende Viertel wurden zu Siedlungen für die GIs umgebaut.
Noch in den fünfziger Jahren war das Westend ein reines Wohngebiet. Das 1960 erbaute und inzwischen wieder abgerissene Zürich-Hochhaus war das erste Hochhaus im Frankfurter Westend.
Nach der Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung von Wohnraum 1960 entwickelten sich Immobilienspekulationen im großen Stil.
Viele Gründerzeitbauten wurden in den Folgejahren abgerissen, ihre alteingesessenen Bewohner mit unsanften Methoden vertrieben. 1970 standen bereits mehrere hundert Häuser im Westend leer.
In der Folgezeit wurden zahlreiche Häuser besetzt. Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Auch der junge Joschka Fischer (später Außenminister) war daran beteiligt. Der Höhepunkt des Häuserkampfes lag zwischen 1970 und 1974.
Heute ist Frankfurts "Wilder Westen" längst befriedet und die meisten der verbliebenen Bürgerhäuser stehen inzwischen unter Denkmalschutz.
Büros, Werbeagenturen, Versicherungen und Banken sowie Galerien, In-Restaurants und exklusive Bistros prägen das Viertel.
Längst ist das südliche Westend, das exklusivste und teuerste Viertel der Mainmetropole, weitgehend mit dem Bankenviertel zusammengewachsen.
Im Westend ist die Konzentration der Wolkenkratzer so hoch wie nirgendwo sonst in Frankfurt.
Von Ost nach West stehen hier das DZ-Bank-Hochhaus am Opernplatz (96m), die Deutsche-Bank-Hochhäuser I + II (jeweils 155m), das Trianon (186m), das Frankfurter Büro Center (142m), der Westendtower (208m) und das City-Haus am Platz der Republik (143m).

Am Messegelände befinden sich weitere hohe Gebäude: der beeindruckende Messeturm (257m, höchstes Haus Europas 1991-1996), das Plaza-Büro-Center (159m, höchstes Haus Deutschlands 1976-1977), das Torhaus (148m) und der AFE-Turm der Universität (116m).
Ein weiteres bauliches Highlight ist das 2003 eröffnete City Quartier "Frankfurter Welle"
Der außergewöhnliche Gebäudekomplex (Fläche rund 25.000 qm), nördlich der Alten Oper zwischen Bockenheimer Anlage, Gärtnerweg, Reuterweg und Leerbachstraße gelegen, verbindet Leben und Arbeiten in zentraler Lage und ansprechender Umgebung.
Regelmäßige Ausstellungen und Konzerte runden neben gepflegter Gastronomie das Angebot ab.
Jeden Donnerstag findet hier mit dem "Markt an der Welle" ein kleiner aber feiner Bauernmarkt statt.
Die Westendsynagoge ist die einzige der vier großen Frankfurter Synagogen, die den Holocaust überstand.
Sehenswert ist der imposante Kuppelbau, entworfen von Franz Roeckle in ägyptisch-assyrischen Stilformen mit Elementen des Jugendstil.
Deutschlands erste Thorarolle nach dem Holocaust wurde 1979 in der Westendsynagoge geweiht.
Der 1928 errichtete Poelzig-Bau, ehemalige Konzernzentrale der IG Farben, liegt am Grüneburgpark und bildet seit 2001 den Uni-Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität.
Grüneburgpark und Palmengarten zählen zu den größten und beliebtesten Parkanlagen der Stadt. Eine weitere grüne Insel im Westend ist der Rothschildpark am Reuterweg.
Grüneburgpark
Seinen Namen bekam er von der nicht mehr vorhandenen »Grüneburg«, dem Landsitz der Familie Rothschild, die diesen im Stil eines englischen Landschaftsgarten anlegen ließen.
Das 29 ha große Areal, zwischen Palmengarten und Botanischem Garten, umfaßt weite Wiesen mit kulissenhaft eingestreuten Baum- und Buschgruppen. Geschwungene Kieswege laden zum Flanieren, Joggen, Walken, Radeln oder Bladen ein. Die weitläufigen Wiesen sind das El Dorado aller Sonnenanbeter.
Sehenswert sind das zierlichen Pförtnerhaus und der achteckigen klassizistische Schönhof-Pavillon, in dem heute ein Cafe untergebracht ist.
Neueste Attraktion im Grüneburgpark ist der rund 4.800 m² große koreanische Garten gegenüber dem Parkcafé. Ein Geschenk der Republik Südkorea, dem Gastland der Buchmesse 2005, an die Stadt Frankfurt.
Das Prachtstück koreanischer Gartenbaukunst ist seit Mai 2006 dem Publikum zugängig.
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