Der Riederwald, 1910 als Arbeitersiedlung gegründet, ist einer der kleineren Stadtteile Frankfurts, der 4 km östlich der Innenstadt liegt.
Im Jahre 1193 wurden erstmals die Riederhöfe erwähnt.
Im 15. Jahrhundert kamen sie in den Besitz des Frankfurter Hospitals zum Heiligen Geist.
Die Siedlung Riederwald liegt auf einem Teil einer Niederung die zwischen dem Main und einem am Seckbacher und Bornheimer Hang entlang ziehenden eiszeitlichen später versumpften Seitenarm des Mains angeschwemmt wurde.
Der rd. 33 ha große Riederwald ist ein Rest des dort entstandenen Auenwaldes.
Seit 1914 ist der Riederwald mit seinem schönem Mischwaldbestand Waldpark und Erholungsgebiet mit Spazierwegen, Ruheplätzen, Spielwiesen und Abenteuerspielplatz.
Der Stadtteil zeichnet sich besonders durch seine Siedlungsarchitektur aus, die in den Jahren 1910 bis 1928 in drei Bauabschnitten entstanden ist und in großen Teilen bis heute unverändert erhalten blieb.
Im östlichen Teil herrscht der sog. "Heimatstil" mit zweigeschossigen Doppelhausgruppen mit hohen Mansardendächern vor. Es folgt der expressionistische Stil mit überbauten Durchgängen und begrünten Innenhöfen.
Die Häuser im westlichen Teil gehören in die Kategorie "Neues Bauen" mit Flachdächern, charakteristischen Fenstern und Balkonen. Noch heute hat dieses Wohngebiet mit den vielen Grünflächen eine besondere Atmosphäre.
Die Straße Am Erlenbruch bildet die nördliche Stadtteilgrenze.
Hier liegt das Feuchtbiotop Riederbruch, das durch den geplanten Ausbau der Autobahn nach wie vor stark gefährdet ist. Hier herrscht stille Beschaulichkeit.
Riederwaldtunnel
Seit gut 30 Jahren wird über das Projekt gestritten, das im Osten Frankfurts die Lücke zwischen den Autobahnen A 66 und A 661 durch einen 1100 Meter langen Tunnel unter dem Riederwald schließen soll.
Der symbolische Spatenstich erfolgte am 23.09.2009 obwohl noch einige Klagen anhänglich sind.
Der Baubeginn des eigentlichen Tunnels soll 2011/12 erfolgen. Der Tunnel mit jeweils drei Fahrspuren pro Richtung soll 2017/18 fertig sein und rund 175 Millionen Euro kosten.
Verkehrsplaner erwarten nach dem Lückenschluß eine Steigerung des Verkehrsaufkommens von derzeit rund 90000 auf bis zu 120000 Fahrzeuge pro Tag.
Anwohner und Umweltschützer befürchten mehr Lärm und Abgase und bangen um die Wohnqualität vor allem im nördlichen Bornheim und Nordend.