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Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann
Der Struwwelpeter - eine Erfolgsstory

Weihnachten 1844 schenkte der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann seinem dreijährigen Sohn Carl ein selbstgemachtes Bilderbuch.

Titelblatt zu Lustige Geschichten und drollige Bilder. Frankfurt 1845 Unter dem Titel "Lustige Geschichten und drollige Bilder mit 15 schön kolorierten Tafeln für Kinder von 3-6 Jahren" wurde es unter dem Pseudonym "Reimerich Kinderlieb" 1845 erstmals veröffentlicht (Auflage: 3000 Exemplare).

Mit der 5. Auflage, die 1847 erschien, bekannte sich Hoffmann als Autor.

Bis zur endgültigen Fassung des Buches um 1858, wurde noch einiges verändert, weitere Geschichten kamen hinzu, der "Struwwelpeter" wurde zum Titel des Buches.

Bereits 1876 erschien die 100. Auflage.

Der "Struwwelpeter" wurde in viele Sprachen und Dialekte übersetzt, und avencierte zu einem der erfolgreichsten Kinderbücher der Welt. Mittlerweile liegt er in der 542. Auflage vor.


Der Struwwelpeter
Sieh einmal, hier steht er.
Pfui! Der Struwwelpeter!

An den Händen beiden
ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr;
Kämmen ließ er nicht sein Haar.

Pfui! Ruft da ein Jeder:
Garst'ger Struwwelpeter!



Der Struwwelpeter lebt!

Wer kennt nicht die Verse über den Suppenkaspar, den Zappel-Philipp, Paulinchen oder den Hans-Guck-in-die-Luft?

Der "Struwwelpeter" ist längst Kult, geliebt von Generationen, unverwüstlich in seiner Faszination.

Die Geschichten haben bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren. Auch wenn darüber von Pädagogen, Psychologen und alternativen Erziehern trefflich gestritten wird.

"Iß auf, lutsch nicht am Daumen, träum nicht oder sitz ruhig", dies sind längst überholte Erziehungsmethoden wettern die einen, während andere die einzelnen Geschichten als durchaus zeitgemäß interpretieren.

Denn Themen wie, "Spiel nicht mit dem Feuer" aus Paulinchen, das verbreitete Problem mit Eßstörungen (s. Suppenkaspar), das "Lustigmachen über Menschen anderer Hautfarbe" aus der Geschichte mit dem Mohren, die Geschichte vom Zappel-Philipp (gilt als klassische Darstellung der Hyperaktivität im Kindesalter, von der Hoffmann selbst betroffen war) und auch die Geschichte vom Hans-Guck-in-die-Luft (in bezug auf den Straßenverkehr), können aktueller nicht sein.


Der besondere Buchtipp:
Mundart-Struwwelpeter in 27 deutschen Mundarten

Der Mundart-Struwwelpeter - Lustige Geschichten und drollige Bilder.
von Heinrich Hoffmann, Walter Sauer (Herausgeber)
Sondereinband - 217 Seiten - Uni-Vlg. Winter, Hdlbg. - ISBN: 3825371042
Preis: EUR 15,00

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